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EIN KLUGER WURF!

Flexible Berufsausbildung für junge Leistungssportler in Sachsen-Anhalt mit Unterstützung der Stiftung Sport


Ein schöner Tag im Spätsommer, die Sonne scheint und den Mädchen und Jungen auf dem Werferareal vor der Brandberge-Sporthalle im Halleschen Stadtteil Kröllwitz weht ein frischer Wind um die Nase. Trotz des schönen Wetters trainieren sie hart: Speere fliegen im hohen Bogen, Kugeln prallen dumpf auf den sandigen Boden, so mancher Hammer wird kraftvoll geschwungen - Die jungen Athleten sind engagierte Wurfsportler, die ihren gemeinsamen Traum vom olympischen Gold nie aus den Augen verlieren.
Doch bis dahin ist es noch ein langer und steiniger Weg. Das weiß auch Vivian Zimmer. Deshalb trainiert die 16jährige Speerwerferin täglich bis zu vier Stunden, fährt in Übungslager und nimmt an nationalen oder internationalen Wettkämpfen teil. "Das Training erfordert viel Übung, Ausdauer und Selbstdisziplin", erzählt die junge Athletin und berichtet, dass viele Leistungssportler nach ihrem Schulabschluss entscheiden müssen, ob sie eine Ausbildung absolvieren oder weiter trainieren. Beides ist oftmals nicht miteinander vereinbar. Dabei müssen die jungen Talente bereits jetzt an morgen denken. Denn nach der sportlichen Karriere folgt ein zweiter Lebensabschnitt. Der Einstieg in den Berufsalltag gestaltet sich ohne Abschluss schwer.

Um jungen Sportlern aus Sachsen-Anhalt neue Perspektiven zu bieten, entwickelte ein breit aufgestelltes Konsortium sportpolitischer und sportpraktischer Institutionen in Verbindung mit der Wirtschaft und dem Land das Modellprojekt "Flexible Berufsausbildung für Nachwuchssportler". Es konnte so eine Initiative ins Leben gerufen werden, die es elf jungen Talenten aus Sachsen-Anhalt ermöglicht, Ausbildung und Leistungssport zu vereinen.

Auch Vivian Zimmer als durch die Stiftung Sport gefördertes Talent nutzte die Chance und absolviert derzeit eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau, ohne ihr Engagement als Speerwerferin vernachlässigen zu müssen. Seit September 2003 wohnt die aus Magdeburg stammende Athletin im Halleschen Sportinternat. "Bis vor kurzem hätte ich Arbeit und Spitzensport nicht in Einklang bringen können", erklärt Vivian und ist froh, dass sich diese Situation durch die flexible Berufsausbildung verbessert hat.

"So kann ich an bisher erzielte Erfolge anknüpfen", ist Vivian überzeugt und verweist stolz auf ihren ersten Platz bei der U20 Weltmeisterschaft 2004 in Italien. Im Juli 2005 will die junge Sportlerin bei den Junioreuropameisterschaften in Litauen an den Start gehen. "Dafür ist regelmäßiges Training und so mancher Wettkampf eine Vorbereitung", weiß Vivian und ist froh, dass sie eine flexible Berufsausbildung für Spitzensportler in Sachsen-Anhalt absolvieren kann. "Morgens besuche ich die Berufsschule oder arbeite beim Bildungswerk des Landessportbundes", berichtet die zielstrebige Werferin und fügt hinzu, dass sie danach auf dem Werferareal vor der Brandbergehalle trainiert - dort wo sich einst auch Silke Renk und Karen Forkel auf Olympia 1992 in Barcelona vorbereiteten. Bis dorthin ist es ein langer Weg, das weiß auch Vivian Zimmer und deshalb "kämpft" sie tagtäglich. Mit festem Willen und vollem Einsatz verfolgt die Athletin das Ziel, zu siegen - nicht nur beim Sport, sondern auch dann, wenn es um ihre berufliche Zukunft geht.


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